Die griechisch-kanadische Sopranistin Andromahi Raptis begann ihre musikalische Ausbildung im Chor sowie mit Geigen- und Klarinettenspiel. 2013 absolvierte sie in Kanada ihren Bachelor im Fach Gesang an der University of Toronto, wo sie als Ilia in „Idomeneo“ und Mabel in „The Pirates of Penzance“ auch erste Bühnenerfahrungen sammelte. Darüber hinaus war sie Chormitglied am Opera Atelier in Toronto unter der künstlerischen Leitung von Marshall Pynkoski.
Anschließend zog Andromahi Raptis nach München und schloss 2015 ihren Master im Fach Konzertgesang an der Hochschule für Musik und Theater München ab. Danach folgte ein Master im Fach Musiktheater/Oper an der Theaterakademie August Everding, wo sie als Iro in „Ulisse“ und als Controller in „Flight“ zu hören war. 2016 übernahm sie als Mitglied des Opernstudios der Opéra de Lyon die Partie des Bubikopfes in Viktor Ullmanns „Der Kaiser von Atlantis“. Des Weiteren sang sie beim Kurt Weill Festival die Bessie („Mahagonny Songspiel“), am Gärtnerplatztheater München die Clorinde („Dr. Faust junior“), an der Oper Halle die Johanna („Sweeney Todd“) und 2023 die Neujahrskonzert am Staatsoper Hannover.
Die wandlungsfähige Sopranistin widmet sich mit Leidenschaft dem Bereich der Neuen Musik und sang bereits in mehreren Uraufführungen. Dazu gehören „Die Bremer Stadtmusikanten“ von Attila Kadri Şendil in der Rolle des Hahnes an der Komischen Oper Berlin, die Elisabeth in Jan Dvořáks „Frankenstein“ an der Staatsoper Hamburg und Mme KI in „Turing“ von Anno Schreier am Staatstheater Nürnberg. Mit dem Bayerischen Staatsorchester sang sie „Eros“ von Konstantia Gourzi und mit dem Bayerischen Rundfunk Orchester Oriol Cruxients „Manifest“. Der Sopran I aus Wolfgang Rihms „Jakob Lenz“ und der Sopran in Claude Viviers „Kopernikus“ gehören ebenfalls zu ihrem Repertoire. 2019 erreichte Andromahi Raptis den zweiten Platz beim 11. Internationalen Hilde-Zadek-Gesangswettbewerb, der einen besonderen Schwerpunkt auf das Repertoire des 21. Jahrhundert legt.
Auch im Konzertbereich ist Andromahi Raptis eine gefragte Sängerin und überzeugte u.a. als Gabriel in Haydns „Die Schöpfung“ mit Joana Mallwitz. Orffs „Carmina Burana“, Mozarts „Messe in c-Moll“ und Brahms „Ein deutsches Requiem“ gehören ebenfalls zu ihrem Konzertrepertoire. Ihre Beschäftigung mit dem Liedgesang vertiefte sie 2012 beim Franz-Schubert-Institut in Baden bei Wien, Österreich. Sie ist außerdem häufig zu Gast als Liedinterpretin bei dem Hidalgo Festival in München.
Seit 2018 ist Andromahi Raptis Ensemblemitglied am Staatstheater Nürnberg, wo sie bisher in den Titelpartien von „La Traviata“ und „Lucia di Lammermoor“ zu sehen war sowie als Sophie („Der Rosenkavalier“), Adina („L’elisir d’amore“), Maria („West Side Story“), Musetta („La Bohème“), Königin der Nacht („Die Zauberflöte“), Susanna („Le nozze di Figaro“), Despina („Così fan tutte“), Gretel („Hänsel und Gretel“), Sophie Scholl („Weiße Rose“), Frasquita („Carmen“) und Adele („Die Fledermaus“), u.a.
In der 26/27 Saison singt sie die Titelpartie von „Die schweigsame Frau“ und wird außerdem als Gilda („Rigoletto“), Blonde („Die Entführung aus dem Serail“) und wieder als Violetta („La Traviata“) zu erleben sein.
Für ihre Darstellung der Despina in „Così fan tutte“ wurde sie vom Curt Magazin Nürnberg als eine der Besten Bühnenkünstler*innen der Spielzeit 2018/19 ausgezeichnet.
2021 erhielt Andromahi Raptis den Bayerischen Kunstförderpreis für ihre „…flexible und strahlende Stimme als auch für ihre Darstellungskunst“.